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Vorbereitung auf die Schule

Spielerisch die Weichen stellen

Vorbereitung auf die Schule: Spielerisch die Weichen stellen
 © Bild: Waldemar Milz - Fotolia.de

Zur Schule zu gehen bedeutet für unsere Kinder, ein komplett neues Leben zu führen. Auf diesen Einschnitt müssen sie sorgsam vorbereitet werden. Auch ist es wichtig, dass Ihr Kind alle Voraussetzungen für einen Schulstart erfüllt.

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Wenn Ihr Kind in die Schule kommt, erwarten es neben dem Unterrichtsstoff noch viele andere Herausforderungen: Zum einen verlangt der Lehrer von ihm mehr Selbstständigkeit, zum anderen erfordert der Schulalltag auch mehr Anpassung. So muss Ihr Kind damit zurechtkommen, sich alleine anzuziehen, sich um seinen Ranzen zu kümmern oder seine Nase zu putzen. Zugleich wird ihm vorgeschrieben, wann es welche Aufgaben erledigen soll, und es muss angefangene Arbeiten beenden. Damit Ihr Kind diesen Anforderungen gewachsen ist, haben wir Tipps und "Übungen" zusammengestellt.

  • Lassen Sie Ihr Kind während der Ferien öfters auf dem Schulhof spielen und erkunden Sie alle Winkel und Ecken gemeinsam, damit es sich von Anfang an auf dem Schulgelände wohlfühlt.
  • Überlegen Sie, mit welchen alltäglichen Aufgaben Ihr Kind noch Schwierigkeiten hat, und üben Sie diese spielerisch so lange, bis weder Reißverschlüsse noch Schnürsenkel eine große Herausforderung darstellen. Veranstalten Sie ein Wettanziehen, bei dem man erst Schokolade essen darf, wenn man Jacke, Mütze, Handschuhe und Schuhe angezogen hat.
  • Gehen Sie davon aus, dass Sie sehr viel weniger Rückmeldungen der Betreuungspersonen erhalten werden, als dies im Kindergarten der Fall war. Falls Ihr Kind nicht gern darüber spricht, was es tagsüber erlebt hat, trainieren Sie dies durch ein kleines Spiel: Jedes Familienmitglied berichtet beim Abendessen reihum von einem schönen und einem unangenehmen Erlebnis des Tages. Wenn Sie mitspielen, erfährt Ihr Kind, dass auch Erwachsene manchmal negative Erfahrungen machen und dass dies keine Katastrophe ist, sondern zum Leben gehört. Ihr Kind wird so darauf vorbereitet, dass auch in der Schule manchmal nicht alles so klappt, wie man es sich wünscht.
  • Bauen Sie das Vokabular Ihres Kindes aus, damit es in der Schule Fragen richtig formulieren und gezielt um Hilfe bitten kann. Dafür bieten sich Ratespiele aller Art an, von denen Kinder auf langen Autofahrten oder auf Spaziergängen nie genug bekommen können: Lassen Sie Ihr Kind einen Gegenstand durch Fragen erraten, die Sie nur mit "ja" oder "nein" beantworten; verbieten Sie die Worte "ja", "nein", "vielleicht" während des Abendessens oder regen Sie Gespräche an, indem Sie Ihrem Kind eine ungewöhnliche Frage stellen: "Würdest du lieber mal in der Schule oder im Hallenbad übernachten? Würdest du lieber fliegen können oder unter Wasser atmen?"
  • Stärken Sie die sozialen Kompetenzen Ihres Kindes: Ein Kind findet schneller Anschluss in einer neuen Gruppe, wenn es auf andere zugehen und mit ihnen reden kann und auch nicht über Fehler, Aussehen oder Kleidung der Mitschüler lacht. Um das zu üben, bitten Sie Ihr Kind, der Plüschkatze zu erklären, wie man Pudding kocht, und lassen Sie die Katze absichtlich alles falsch machen.
  • In der Schule muss Ihr Kind Aufgaben nach einem ganz bestimmten Schema bearbeiten. Das können Sie zu Hause trainieren, indem Sie ihm kleine Aufträge erteilen, die es lückenlos und in der richtigen Reihenfolge erledigen muss: "Hol doch bitte mal die rote Tischdecke aus der Kommode, leg sie auf den Esstisch und decke mit dem blauen Geschirr den Kaffeetisch für fünf Personen; zum Schluss legst du eine weiße Serviette auf jeden Teller."
  • Üben Sie den Schulweg mit Ihrem Kind. Erklären Sie ihm, dass es auf der rechten Seite des Gehwegs gehen soll, wie es sicher die Straße über-quert, die Fußgängerampel drückt und die Autofahrer beobachtet, bevor es losläuft.
  • Mit Feingefühl sollten Sie kurz auf das Thema "Kontakt mit Fremden" eingehen: Sagen Sie Ihrem Kind, dass es auf dem Weg zur Schule zu niemandem ins Auto steigen, nicht mit Fremden mitgehen darf und, so-bald es sich einer Situation nicht gewachsen fühlt, wegrennen und die Hilfe einer Vertrauensperson suchen soll. Erklären Sie, wer dafür infrage kommt: die Lehrer der Schule, Polizisten, Briefträger, Mütter mit Kindern, Angestellte in Geschäften etc. Bei diesem Thema ist es wichtig, dem Kind klare Regeln zu geben, ohne es zu verängstigen.
  • Beziehen Sie Ihr Kind in alle Vorbereitungen für den Schulstart mit ein, um seine Vorfreude zu vergrößern: Kaufen Sie die Schulhefte und Materialien gemeinsam, suchen Sie ein paar besonders schöne Dinge aus, die Ihr Kind gern benutzen wird, lassen Sie es beim Beschriften der Schulmaterialien helfen.
  • Richten Sie ein kleines Fest aus, auf dem der Schulbeginn gefeiert wird, und stellen Sie dabei Ihr Kind in den Mittelpunkt. Schließlich überschreitet es eine wichtige Schwelle des Lebens, die anderen großen Ereignisse wie Kommunion, Konfirmation, Studienabschluss oder Hochzeit in nichts nachsteht. Die Krönung des Festes sollte die Überreichung des Schulranzens sein, der für alle sichtbar den Wechsel vom Kindergartenkind zum Schulkind symbolisiert.
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1 Kommentar

Von am

"Üben Sie den Schulweg mit ihrem Kind" tolle Idee aber wie soll das realitätsnah gehen?
Vor der Kita?
Wohl eher weniger, weil die Kita ja oft nicht neben der Schule liegt und auch kaum jemand morgens die Zeit hat beide Wege abzulaufen.
Beliebe Idee: In den Ferien.
Entspricht dann aber so gar nicht der Realität, weil dann der Verkehr auch ein anderer Ist als während der Schulzeit....
Klar kann man den Weg grob abgehen, aber richtig real wird er erst morgens im Dunkeln, wenn die Schule losgeht und wenn dann auch alle anderen Betriebe, Schulen, Baustellen usw. die auf dem Weg liegen in voller Besetzung arbeiten und auch alle Schulbusse wieder fahren....
Wir haben bspw. einen Schulweg der an zwei weiterführenden Schulen vorbeiführt, der Weg ist in den Ferien super einfach, während des normalen Schulbetriebs aber eben nicht...weil erst dann alle wieder normal fahren, rasen, Dunkelgelb benutzen usw.
Ich finde, man wiegt die Eltern die sich auf die Idee verlassen in den Ferien zu üben in trügerischer Sicherheit.....und es wird nie erwähnt...egal welche Berichte man liest....
Schade eigentlich, denn Sicherheit geht vor.....

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