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Der erste Schritt in die Selbstständigkeit

So gelingt der Schulstart

Der erste Schritt in die Selbstständigkeit: So gelingt der Schulstart
© Bild: contrastwerkstatt - Fotolia.de

Der Schulstart ist für uns als Eltern und für unsere Kinder aufregend und ein neuer Lebensabschnitt. Wie können Sie Ihre Kinder optimal bei diesem Schritt in Richtung Selbstständigkeit unterstützen?

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Neugierige Kinder fragen ihren Eltern vor dem ersten Schultag ein Loch in den Bauch. Sie wollen ganz genau wissen, was auf sie zukommt. Doch viele der berechtigten Fragen können Eltern nicht beantworten. Oft haben sie die Lehrerin selber noch nicht kennen gelernt, wissen nicht genau wo der Klassenraum ist, kennen die Räumlichkeiten nicht und können nicht ahnen, wer neben ihrem Kind sitzen wird. Anders als im Kindergarten müssen die Schülerinnen und Schüler jetzt viele Situationen alleine bewältigen.

Selbstständigkeit - ein wichtiger Baustein für den Schulerfolg

Vom ersten Tag an fordert die Schule eine gewisse Selbstständigkeit, gleichzeitig fördert sie diese aber auch. Die Selbstständigkeit ist eine wichtige Grundlage für den Schulerfolg, denn ängstliche Kinder entwickeln möglicherweise Lernblockaden. Wer verunsichert ist und nicht weiß, was ihn im Laufe des Schultages erwartet, wird sich nicht auf den Unterricht konzentrieren können. Sie können Ihr Kind mit der richtigen Reaktion auf seine vielen Fragen unterstützen. Nehmen Sie sich Zeit, um gemeinsam mit ihm über alle Vorstellungen zu sprechen und nach Antworten zu suchen. Nehmen Sie Sorgen und Ängste ernst, ohne jedoch Katastrophen herbeizureden. Wenn Ihr Kind vor bestimmten Situationen besonders viel Angst hat, sollten Sie mit ihm nach möglichen Handlungsmöglichkeiten suchen. Signalisieren Sie ihrem Kind, dass es für (fast) jedes Problem eine Lösung gibt.

Was tue ich, wenn ich plötzlich nachhause möchte? Was mache ich, wenn mich ein anderes Kind ärgert? Wer hilft mir, wenn ich nicht weiter weiß? Was mache ich, wenn ich plötzlich auf die Toilette gehen muss? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen Ihr Kind möglicherweise sehr intensiv. Suchen Sie gemeinsam nach Antworten. Sie können Ihre eigenen Schulerfahrungen weitergeben. Auf diese Art lernt Ihr Kind, dass auch die neuen Herausforderungen der Schule lösbar sind.

Vom Chef zum Lehrling

Im letzten Kindergartenjahr war Ihr Kind unter den ältesten Kindern in der Einrichtung. Es hat sich stark und mächtig gefühlt, fand sich in den Räumlichkeiten gut zurecht, kannte alle Bezugspersonen und wusste, „was läuft". In der Schule bleibt nichts von diesem Gefühl übrig. Die frisch eingeschulten Kinder müssen ganz von vorne anfangen, sie sind die jüngsten, die „Greenhorns". Vielleicht haben Sie eine enge Freundschaft vom Kindergarten in die Grundschule hinübergerettet, alles andere ist neu und ungewohnt. Ihr Kind muss seine Rolle in der Klasse finden, die Lehrkraft und seine Mitschüler kennen lernen und den wachsenden Leistungsanforderungen gerecht werden. Sie als Eltern können Ihr Kind in dieser Zeit begleiten und unterstützen. Verbringen Sie Zeit mit Ihrem Kind, in der es über seine Erlebnisse sprechen kann. Lassen Sie es ruhig angehen und starten Sie im ersten Schulhalbjahr nicht zeitgleich neue Freizeitprojekte.

Viele Kinder sind stolz darauf, in die Schule zu kommen. Dieser neue Lebensabschnitt sollte sich auch im Familienalltag auswirken. Überlegen Sie gemeinsam, welche Pflichten (ein Aufräumtag in der Woche, den Schulranzen abends packen) Ihr Kind jetzt übernehmen kann und welche Rechte (selbst Freunde einladen, am Abend länger wach bleiben) erweitert werden können.

Wenn die Umstellung schwer fällt

Obwohl sich die meisten Kinder auf die Schule freuen, kann die Umstellung dennoch ein Schock sein. Nach der ersten aufregenden Woche, die noch von stolzen Eltern, Geschenken und aufgeregten Erzählungen geprägt ist, kehrt schnell der Alltag ein: Jeden Morgen früh aufstehen, mittags Hausaufgaben machen und abends den Ranzen packen. Die vielfältigen Erlebnisse in der neuen Schule erfordern, dass ein Kind sie nach und nach verarbeitet. Nicht nur die täglichen Leistungsanforderungen, sondern oft vielmehr noch die fremde Klassengemeinschaft und die Beziehung zur Lehrkraft fordern viel Energie von ihm. Anstatt sich in die vertraute Gruppe aus Freunden und Erziehern im Kindergarten zu begeben, muss Ihr Kind sich in der Schule völlig neu orientieren.

Oft bringt die Einschulung auch Enttäuschungen mit sich, die ein Erstklässler verarbeiten muss. Vielleicht empfindet er die Lehrkraft als zu streng, ist mit seinem Sitzplatz nicht einverstanden oder möchte keine Hausaufgaben machen. Stellt ein Kind dann fest, dass die Schule anstrengend ist und Disziplin erfordert, gibt es manchmal ein böses Erwachen. Das kann für Sie als Eltern eine anstrengende Zeit sein, denn Sie müssen Ihr Kind jetzt zum Durchhalten motivieren. Nach einigen Wochen oder Monaten haben sich die meisten Kinder dann aber an die neue Lebensphase gewöhnt und es kehrt Ruhe ein.

Kinder brauchen Zuhörer

Trotzdem brauchen Kinder ein Ventil, um die anfangs oft aufwühlenden Ereignisse eines Schultages zu verarbeiten. Das tägliche Gespräch mit den Eltern ist dabei ebenso wichtig wie ausreichende Spielmöglichkeiten. Manche Erstklässler erholen sich nach dem Schultag auch erstmal bei einem kleinen Mittagsschläfchen oder indem sie ganz alleine im Kinderzimmer etwas bauen oder basteln. Achten Sie besonders in den ersten Schulwochen und -monaten auf die Signale, die Ihr Kind aussendet. Nehmen Sie sich Zeit, um Verstimmungen, Ängste oder freudige Ereignisse zu erkennen und anzusprechen. Auch wenn Ihr Kind zu den „schweigsamen Erstklässlern" gehört, bedeutet das nicht, dass es nichts erlebt hat. Vielleicht fehlen ihm nur die Worte, um die Ereignisse auszudrücken. Fragen Sie anfangs ruhig gezielt nach und vermeiden Sie Fragen, auf die Ihr Kind lediglich mit „ja" oder mit „nein" antworten kann: „Wer hat heute neben dir gesessen?" „Was hast du in den Pausen gemacht?" „Hast du etwas im Unterricht nicht verstanden, was?" „Was hat dir heute am besten gefallen?" „Welcher Mitschüler, welche Mitschülerin ist dir heute besonders aufgefallen?" „Wen würdest du gerne mal einladen?"

Kinder brauchen Freunde

Für das Wohlbefinden eines Schulkindes ist seine Akzeptanz in der Klassengemeinschaft sehr wichtig. Unterstützen Sie möglichst die Vorhaben Ihres Kindes, Kontakte zu einigen Klassenkameraden aufzubauen oder neue Freundschaften zu schließen. Falls Ihr Kind darüber klagt, in den Pausen keine Spielgefährten zu finden oder sich in der Klasse oft alleine zu fühlen, sprechen Sie unbedingt mit der Lehrkraft darüber. Kinder, die sich ausgeschlossen fühlen, verlieren schnell ihre Lernmotivation, weil sie sich nicht wohlfühlen. Sie brauchen dringend Erfolgserlebnisse und eine Stärkung ihres Selbstwertgefühls. Im Unterricht kann die Lehrkraft gegensteuern, damit Ihr Kind seinen Platz in der Klassengemeinschaft findet. Zum Beispiel mit einer wichtigen Funktion wie Klassensprecher oder als Coach für eine schwächeres Kind. Mit gemeinsamen Spielnachmittagen, Ausflügen oder gegenseitigen Besuchen können Sie ebenfalls dazu beitragen, dass Ihr Kind Freunde in der Klasse findet und sich angenommen und akzeptiert fühlt.

Auch der gemeinsame Schulweg bietet den Kindern eine Möglichkeit, sich besser kennen zu lernen. Zudem erfahren die Kinder so leicht, wo ihre Schulkameraden wohnen und der nachmittägliche Besuch fällt leichter.

Hat Ihnen dieser Auszug aus unserem Buch „Einmal 1. Klasse, bitte!" gefallen? Dann lesen Sie mehr darüber, wie Sie Ihren zukünftigen Erstklässler optimal auf die Schulzeit vorbereiten können. Die zahlreichen Fragebögen und Checklisten helfen Ihnen dabei, die Entwicklung Ihres Kindes genauer einschätzen zu können:

kizz Buchtipp

Lesen Sie mehr dazu, wie Eltern den Schulstart unterstützen können in:

Uta Reimann-Höhn, Einmal 1. Klasse, bitte! So gelingt der Übergang vom Kindergarten in die Schule. Verlag Herder 2011. 64 Seiten. 7,95 €

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